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In Zukunft Schreiben

Lukas Bärfuss ist ein Schweizer Dramatiker und Schriftsteller, Essayist und Dramaturg. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Er wurde u.a. mit dem Mülheimer Dramatikerpreis, dem Berliner Literaturpreis, dem Schweizer Buchpreis und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Er ist Ehrendoktor der Universität Freiburg, Schweiz, und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Bärfuss hält eine Dozentur für Dramaturgie an der Hochschule der Künste Bern. Er kuratiert und moderiert die Reihe “Zukunft der Demokratie” am Schauspielhaus Hamburg. Zuletzt erschien der Roman “Die Krume Brot” im Rowohlt Verlag.

Friedrich von Borries ist seit 2009 Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Er forscht über das Verhältnis von Gesellschaft und Gestaltung, beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit und den Möglichkeiten gesellschaftlicher Transformation und agiert im Spannungsfeld von Architektur, Design und Kunst. In seinem aktuellen, von der VolkswagenStiftung gefördertem Forschungsprojekt “Re•De•Re” setzt er sich mit dem Redesign demokratischer Repräsentation auseinander.

Jenifer Becker ist eine in Berlin lebende Autorin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie schreibt über Ambivalenzen des Digitalen, Gegenwartsphänomene und Popkultur. Ihr Debütroman “Zeiten der Langeweile” erschien 2023 bei Hanser Berlin. Seit 2015 lehrt sie am Literaturinstitut Hildesheim. 2021 promovierte sie ebenda. In aktuellen künstlerisch-wissenschaftlichen Projekten forscht sie zum Einfluss lernfähiger Technologien (KI) auf Schreibprozesse.

CAConrad schreiben seit mehr als 50 Jahren Gedichte und beschäftigen sich seit über 20 Jahren mit (soma)tischen Poesieritualen. Die aktuellste Publikation ist “Listen to the Golden Boomerang Return” (Wave Books / UK Penguin 2024). Sie erhielten den Ruth Lilly Poetry Prize, einen PEN-Preis, ein Creative Capital-Stipendium, ein Pew Fellowship und einen Lambda Literary Award. “The Book of Frank” wurde in neun verschiedene Sprachen übersetzt und erschien zuletzt auf Französisch und Italienisch. CAConrad haben “SUPPLICATION: Selected Poems of John Wieners” (Wave Books) mit herausgegeben. Außerdem stellen sie Gedichte als Skulpturen aus, zuletzt in London, Melbourne, Porto, Santander und Tucson. Sie unterrichten am Sandberg Art Institute und De Ateliers in Amsterdam. https://CAConrad.com

Jason Dodge ist Künstler und seit 2024 Vertretungsprofessor für Bildhauerei an der HFBK Hamburg. Seit Ende der 1990er Jahre stellt er in Galerien, Museen, Biennalen, Kunstzentren und von Künstlern betriebenen Räumen aus. 2012 gründete Dodge er mit “Fivehundred places” eine Publikationsreihe für Poesie, die er bis heute fortsetzt. Zuletzt waren seine Arbeiten unter anderem im MUDAM, Luxemburg (2024), im Grazer Kunstverein (2024), im MACRO, Rom (2021) und im Schinkel Pavillon, Berlin (2017) zu sehen. Dodge war gemeinsam mit Krist Gruijthuijsen Kurator der Ausstellung “Enemy of the Stars” im KW Institute, Berlin (2017), und hat an Biennalen in Venedig, Lyon, Liverpool, Porto Alegre und der aktuellen Baltic Triennial teilgenommen.

Sophia Eisenhut ist Künstlerin und Autorin, deren Arbeit sich mit der Performanz und Materialität von Schrift befasst. Sie studierte Kunstgeschichte, Typographie und Bildende Kunst in Leipzig. Ihre Bücher erscheinen im Merve Verlag, so das Debüt “EXERCITIA S. Catarinae de Manresa: Anorexie und Gottesstaatlichkeit” (2021) und zuletzt “SPAM IN ALIUM” (2025).

Elisa Linseisen lehrt seit 2024 als Professorin für Film- und Medienwissenschaft an der HFBK Hamburg mit einem Schwerpunkt auf der Ästhetik und Epistemologie des Digitalen. Zuvor arbeitete Elisa Linseisen an medienwissenschaftlichen Instituten in Hamburg, Wien, Weimar, Paderborn und Bochum und promovierte zum Thema “High Definition: Medienphilosophische Bildverarbeitung” (2020 bei meson.press). Die Forschungs- und Lehrinteressen umfassen u. a. Anwendungstheorien, digitale Bilder, Post-Cinema, Queer Computing, unfertige Filme, Medien- und Technikphilosophie und Kanonkritik.

Hanne Loreck ist Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaften / Gender Studies und Mitglied des Studienschwerpunkts Theorie und Geschichte an der HFBK Hamburg. Sie arbeitet zudem als freie Autorin und Kunsttheoretikerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Subjekttheorie, Fragen ästhetisch-politischen Handelns sowie zu Fragen von Sichtbarkeit, Bildlichkeit und Oberflächen.

Vera Lutz ist bildende Künstlerin und stellte 2025 im Kunstverein München, auf der Momenta Biennale in Montréal und bei der Galerie Raven Row in London aus. Sie ist Mitorganisatorin der Lesereihe “a poetics” im Haus am Waldsee, Berlin. 2023 veröffentliche Lutz den “Anna Mendelssohn Reader”, der sich der britischen Poetin und Künstlerin und ihrem “anti-confessional life writing” widmet.

Enis Maci ist Schriftstellerin, Essayistin und Dramatikerin. Im Suhrkamp Verlag erschienen von ihr unter anderem “Eiscafé Europa” (2018), “Wunder” (2021) und “Karl May” (2024, mit Mazlum Nergiz) sowie “Pando” (2024, mit Pascal Richmann). Enis Maci war Stipendiatin der Villa Aurora und wurde für ihre Essays und Theaterstücke mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Max Frisch-Förderpreis, den Förderpreis für Literatur des Landes Nordrhein-Westfalen und den Literaturpreis Ruhr.

Astrid Mania übernahm 2017 die neue Professur für Kunstkritik und Kunstgeschichte der Moderne an der HFBK Hamburg. Im Rahmen ihrer auch englischsprachigen Lehrtätigkeit ist sie besonders für die Studierenden im Grundjahr sowie die internationalen Studierenden zuständig. Davor war sie Gastprofessorin an der Kunstakademie Münster sowie Dozentin an zahlreichen internationalen Kunsthochschulen. Sie publiziert zur Kunst der Moderne und Gegenwart, zum Kunstmarkt und zur Geschichte der Kunstkritik. 2013 wurde ihr der ADKV – Art Cologne Preis für Kunstkritik verliehen.

Katrin Mayer ist Künstlerin. Sie arbeitet einzeln und kollaborativ mit einem Fokus auf Ortsspezifik, Genderfragen, Vielstimmigkeit, textile und textuelle Strukturen sowie topologische Vorstellungen von Denken und Raum – zuletzt für Kunstverein München, Lentos Museum Linz, Badischer Kunstverein Karlsruhe (alle 2024). Im Zeitraum 2020/2021 hatte sie ein Stipendium des Berliner Programms Künstlerische Forschung und recherchierte zu weiblichen Modi des Programmierens und Schreibens. Mit Anna Cairns entwickelte sie die fortlaufende Publishing-Platform www.c0da.org

Noemi Y. Molitor studierte Gender Studies und Europäische Ethnologie in Berlin und den USA und promovierte an der Schnittstelle von Queer-Theorie, abstrakter Malerei und Materialität an der Emory University. Molitors künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Malerei, Comic und Installation/Raum. Sie forscht und unterrichtet zu queerer Kunst, postkolonialen Bilderwelten, Genderqueerness und Kindheiten/Erinnerung. Ihre Texte und Kolumnen erschienen unter anderem in der taz, BE, CURA, Missy und Sissy. 2025 wurde Molitor mit dem ADKV – Art Cologne Preis für Kunstkritik ausgezeichnet. Im selben Jahr stand sie auf der Shortlist für den Siegfried Kracauer Preis für Filmkritik.

Eugene Ostashevsky wurde in Leningrad geboren, wuchs in New York auf und lebt heute sowohl in New York als auch in Berlin. Sein neuester Gedichtband “The Feeling Sonnets”, der 2022 bei Carcanet in Großbritannien und bei NYRB Poets in den USA erschienen ist, untersucht die Auswirkungen des Sprechens einer Fremdsprache auf Emotionen, Elternschaft und Identität. Ein früheres Buch, “The Pirate Who Does Not Know the Value of Pi” (NYRB Poets, 2017), behandelt Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Piraten und Papageien. Es wurde von Uljana Wolf und Monika Rinck unter dem Titel “Der Pirat, der von Pi den Wert nicht kennt” (kookbooks 2017) ins Deutsche übersetzt und gewann 2019 den Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie. Ostashevsky ist ein renommierter Übersetzer von Lyrik und war Writer-in-Residence an der Humboldt-Universität und bei EXC2020 Temporal Communities in Berlin. Derzeit lehrt er an der New York University.

Max Prediger ist Grafikdesigner mit Schwerpunkt auf Typografie, Buchgestaltung, visuellen Systemen und Künstler*innenbüchern. Seine Arbeiten entstehen überwiegend im Kontext von Kunst, Kultur und Wissen. Nach seinem Master of Fine Arts an der HFBK Hamburg gründete er 2017 gemeinsam mit Julian Mader das Designstudio JMMP. Gemeinsam verantworten sie die Art Direction für Montez Press (London / New York) und arbeiten an individuellen Projekten in Kooperation mit Künstler*innen, Galerien und Kulturinstitutionen. www.jmmp.studio

Cemile Sahin ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie hat am Central Saint Martins College of Art and Design in London und an der Universität der Künste in Berlin studiert, sie ist ars viva-Preisträgerin für Bildende Kunst und wird von der Galerie Esther Schipper vertreten. Cemile Sahins künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Film, Fotografie, Skulptur und Literatur. Durch den freien Einsatz verschiedener Medien, verkörpert ihre Arbeit die heutige Synchronizität bild- und textbasierter Kommunikation. “Taxi” war ihr Debütroman, “Alle Hunde sterben” ihr zweiter, “Kommando Ajax” ihr dritter Roman. Für ihr Schreiben wurde Cemile Sahin 2020 mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet, 2025 erhielt sie den Erich Fried-Preis.

Sasha Marianna Salzmann ist Prosa- und Theaterautorin, Essayistin, Dramaturgin und Kuratorin. Salzmann war Mitherausgeberin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins „freitext“, Hausautorin des Maxim Gorki Theaters Berlin und künstlerische Leitung der Theaterbühne „Studio Я“. Sowohl Salzmanns Debüt „Außer sich“ (2017) als auch der zweite Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ (2021) sind in zahlreiche Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und waren für den Deutschen Buchpreis nominiert. Salzmanns Theaterstücke, die international aufgeführt werden, wurden zuletzt mit dem Kunstpreis Berlin 2020, dem Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2024 und dem Kleist-Preis 2024 ausgezeichnet.

Daniela Seel ist Autorin, Übersetzerin und Verlegerin von kookbooks und unterrichtet bisweilen. Sie veröffentlichte vier Gedichtbände und ein Radiofeature, zuletzt “Nach Eden. Gedicht” (Suhrkamp 2024). 2016 gab sie gemeinsam mit Anja Bayer die wegweisende Anthologie “all dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän”, kookbooks und Deutsches Museum München, heraus. Sie übersetzte unter anderem Bücher von Robert Macfarlane, Anne Boyer, Amanda Gorman und Alexis Pauline Gumbs. Zuletzt wurde sie mit dem Kleist-Preis 2025 ausgezeichnet. Daniela Seel ist Mitglied im PEN Berlin.

Charlie Stein ist eine multidisziplinär arbeitende Künstlerin, Autorin und Kulturtheoretikerin. Ausgehend von einer Ausbildung in Soziologie und Bildender Kunst untersucht Stein die Übergänge zwischen physischem und virtuellem Raum, zwischen Handwerk und Maschine sowie zwischen Individuum und System. Sie hat an zahlreichen internationalen und nationalen Ausstellungen teilgenommen, darunter die Manifesta11, Kunsthalle CCA Andratx, die Skulpturen Triennale in Bingen, sowie Museen in Europa und Asien. Stein ist Fellow des ISCP Programmes in New York und erhielt Lehraufträge und Vertretungsprofessuren, u.a. am CalArts (Paul Brach Visiting Scholar), am Pratt Institute, an der Universität der Künste Berlin sowie an der HFBK Hamburg.

Kinga Tóth ist Künstlerin und Soundpoetin, die ihre Texte mit Objekten sowie Video- und Soundinstallationen verbindet und diese auch performt. Mit ihrer vielfältigen Vokaltechnik erschafft sie einen Chor aus Körpertönen, Texten in verschiedenen Sprachen, Maschinengeräuschen und Elementen aus Volksliedern. Neben ihrer Forschung zur Kunst von Nonnen experimentiert die Künstlerin mit Riten sowie Körper-, Sprach- und Seelenübungen und dem Konzept des Silentiums, um herauszufinden, ob „das Wort“ tatsächlich zum Leben erweckt werden kann. 2024 war Tóth DAAD-Künstlerin; derzeit ist sie Gast des Kunstprogramms MQ in Wien. 2026 erscheint ihr nächstes Buch “MariaMachina” mit Grafiken und Sounds bei Matthes&Seitz. www.kingatoth.com

Senthuran Varatharajah ist ein in Sri Lanka geborener deutscher Autor und Essayist. Er studierte Philosophie, evangelische Theologie und vergleichende Religions- und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2016 erschien sein erster Roman “Vor der Zunahme der Zeichen” im S. Fischer Verlag und wurde verschiedentlich ausgezeichnet. Sein zweiter Roman “Rot (Hunger)” wurde 2022 veröffentlicht. Varatharajah lehrte Theorie und literarisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, der Universität Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2025 war er Max Kade Scholar und Writer in Residence an der Rutgers University in New Jersey.

Mathias Zeiske arbeitet als Kurator, Redakteur und Herausgeber. Von 2009 bis 2017 verantwortete er als Geschäftsführer und Redakteur die Literaturzeitschrift Edit. Mit dem Verlag Spector Books verbindet ihn die Herausgabe der Reihen Volte und Volte Expanded. Von 2019 bis 2022 leitete er das Literaturprogramm am Haus der Kulturen der Welt (HKW), bevor er im Juni 2022 die Leitung der Sparten Literatur und Film im Berliner Künstlerprogramm des DAAD übernahm. Seit 2021 produziert er zusammen mit Fabian Saul das literarische Audioprojekt “Schlechte Wörter / Bad Words”. Mit Claudia Rankine und The Racial Imaginary Institute realisierte er 2025 in Berlin das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm “For Real For Real”.

Steffen Zillig ist Künstler, Kritiker und Ausstellungsmacher. Er studierte und promovierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, war Mitbegründer des “Donnerstag” und gibt seit 2017 das Künstlermagazin “Intercity” heraus. Zwischen 2022 und 2025 betrieb er gemeinsam mit Andrzej Steinbach den Briefing Room in Brüssel. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Künste in Berlin; aktuell unterrichtet er an der Hochschule für Künste in Bremen. “Ästhetik des Asozialen” ist 2023 bei Starfruit Publications erschienen; 2026 folgt seine Anthologie “Nie wieder Gegenwart” im Textem Verlag.